{"id":10484,"date":"2025-01-09T10:42:13","date_gmt":"2025-01-09T09:42:13","guid":{"rendered":"https:\/\/sancarlo.org\/che-lingua-parla-il-cuore-degli-ungheresi\/"},"modified":"2025-01-10T12:46:38","modified_gmt":"2025-01-10T11:46:38","slug":"che-lingua-parla-il-cuore-degli-ungheresi","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sancarlo.org\/de\/che-lingua-parla-il-cuore-degli-ungheresi\/","title":{"rendered":"Welche Sprache spricht das Herz?"},"content":{"rendered":"<figure class=\"wp-block-image wp-block-image--fnztema is-style-full-width\"><picture><source media=\"(min-width: 1280px)\" srcset=\"https:\/\/sancarlo.org\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/LEE-ipotesi-1-dimensioni-grandi.jpeg 1x, https:\/\/sancarlo.org\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/LEE-ipotesi-1-dimensioni-grandi.jpeg 2x\"><source media=\"(min-width: 1024px)\" srcset=\"https:\/\/sancarlo.org\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/LEE-ipotesi-1-dimensioni-grandi-1024x682.jpeg 1x, https:\/\/sancarlo.org\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/LEE-ipotesi-1-dimensioni-grandi.jpeg 2x\"><source media=\"(min-width: 768px)\" srcset=\"https:\/\/sancarlo.org\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/LEE-ipotesi-1-dimensioni-grandi-800x533.jpeg 1x, https:\/\/sancarlo.org\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/LEE-ipotesi-1-dimensioni-grandi.jpeg 2x\"><source media=\"(min-width: 200px)\" srcset=\"https:\/\/sancarlo.org\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/LEE-ipotesi-1-dimensioni-grandi-500x333.jpeg 1x, https:\/\/sancarlo.org\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/LEE-ipotesi-1-dimensioni-grandi-1000x666.jpeg 2x\"><img decoding=\"async\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAAAAACH5BAEKAAEALAAAAAABAAEAAAICTAEAOw==\" alt=\"Lee Ipotesi 1 Dimensioni Grandi\" \/><\/picture><figcaption>Ein Lagerfeuer w\u00e4hrend des Sommerlagers mit Kindern aus der Pfarrei &#8222;Szent Ferenc&#8220; in Budapest.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mein letztes Jahr als Seminarist und das darauffolgende Jahr als Diakon habe ich in unserer Mission in Eastleigh (England) verbracht, bevor mich die Fraternit\u00e0 San Carlo kurz vor meiner Priesterweihe in ein weiteres europ\u00e4isches Land schickte: nach Ungarn. So kam ich nach den Weihe-Feierlichkeiten mit elf Mitbr\u00fcdern in Rom und einem kurzen Urlaub mit meiner Familie im August in Budapest an.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unterwegs dachte ich mir: \u201eJetzt werde ich eine der schwierigsten Sprachen der Welt lernen m\u00fcssen. Die ersten zwei Jahre werde ich wie ein M\u00f6nch verbringen: Gebet und Studium!\u201c Doch schon am ersten Sonntag stellte mich Carlo, der Verantwortliche unseres Hauses in Budapest, der seit gut 10 Jahren in Ungarn lebt, einigen jungen Familien aus der Pfarrei vor. Marci, ein junger Vater, begr\u00fc\u00dfte mich in exzellentem Englisch. Wir kamen ins Gespr\u00e4ch, und er erz\u00e4hlte mir, dass viele junge Ungarn in der Schule inzwischen Englisch lernen, mehr als Deutsch. Aber am Ende meinte er: \u201eWenn du die Herzen der Ungarn erreichen willst, musst du ihre Sprache lernen.\u201c \u00dcber diesen Satz habe ich im vergangenen Jahr oft nachgedacht. Was hei\u00dft es, die Herzen der Menschen zu erreichen? Was bedeutet es, als Missionar ausgesandt zu sein? Kann man schon missionarisch wirken, w\u00e4hrend man noch die Sprache lernen muss?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Seit September begleite ich, zus\u00e4tzlich zu meinem Sprachunterricht, Michele, den Pfarrer unserer Gemeinde, w\u00f6chentlich zur Katechismusstunde f\u00fcr die Kinder. Jeden Mittwochnachmittag treffen wir uns, um mit den Kindern Brotzeit zu machen, zu singen und zu spielen. Dann folgt eine kurze Unterrichtseinheit oder eine Aktivit\u00e4t zum Thema der Woche. Ich l\u00e4chle viel, versuche zuzuh\u00f6ren und irgendwie mit den Kindern in Kontakt zu treten, die nat\u00fcrlich noch kein Englisch k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich bin hierher gesandt, um mit den Menschen den Blick Jesu zu teilen<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">An einem Tag im Winter sa\u00dfen wir alle im Kreis und sangen. Ein Kind teilte die Liedbl\u00e4tter aus, aber ich bekam keines. Daher wandte ich mich dem M\u00e4dchen zu, das neben mir sa\u00df, und wollte es fragen, ob ich mit in ihr Blatt schauen k\u00f6nne. Aber ich musste leider feststellen, dass ich nach drei Monaten Sprachunterricht nicht einmal einen so einfachen Satz herausbrachte, wie: \u201eK\u00f6nnen wir zusammen in das Blatt schauen?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am n\u00e4chsten Morgen, bei unserer t\u00e4glichen Stunde der Stille, dachte ich an die Monate zur\u00fcck, die ich schon hier in Budapest verbracht hatte, und fragte mich, was ich eigentlich getan hatte. Mir wurde klar, dass Mission tats\u00e4chlich nicht damit beginnt, dass ich mich ausdr\u00fccken kann wie ein Ungar. Ich bin hierher gesandt worden, um bei den Menschen zu sein, bei diesen Kindern, Woche f\u00fcr Woche, um mit ihnen den Blick Jesu zu teilen, der jeden Menschen in dem gro\u00dfen Plan sieht, den Gott f\u00fcr alle hat. Ich bin hier, um gemeinsam mit ihnen einen Weg zu gehen und zu entdecken, dass das Leben mit Christus etwas sehr Sch\u00f6nes ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Seitdem bedr\u00fcckt mich nicht mehr so, was ich alles nicht kann. Im Gegenteil, ich merke, dass die Kinder sich freuen, dass ich dabei bin, und sogar versuchen, mir ein paar Worte Ungarisch beizubringen. Zwischen uns w\u00e4chst eine gegenseitige Zuneigung. Trotz der Tatsache, dass ich nicht verstehe, was sie sagen, wissen sie doch, dass ich jeden Mittwoch da bin. Im \u00dcbrigen bin ich Michele sehr dankbar, der mir immer gerne hilft und alles f\u00fcr mich \u00fcbersetzt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ende Juni fuhren wir mit den Kindern, mit denen wir ein Jahr lang Katechismus gemacht hatten, ins Sommerlager. Sechs Tage im Wald, bei denen wir gemeinsam a\u00dfen, spielten und an zwei Abenden um das Lagerfeuer sa\u00dfen. Inzwischen verstehe ich die Kinder besser und kann mich auf ihrem Niveau einigerma\u00dfen ausdr\u00fccken. Obwohl sich meine Sprachkenntnisse jetzt von Tag zu Tag verbessern, ist mir diese Einsicht noch sehr pr\u00e4sent: Die Herzen der Menschen zu erreichen, Missionar zu sein beginnt nicht mit dem Beherrschen der Sprache, sondern mit meiner \u00dcberzeugung, dass ich gesandt bin, den Menschen den Blick Christi zu bringen. Und diesen Blick kann ich ihnen sofort vermitteln, indem ich einfach und treu da bin.&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nicht einmal Sprachschwierigkeiten k\u00f6nnen uns daran hindern, das mitzuteilen, was uns am Herzen liegt. 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