{"id":16833,"date":"2026-02-20T18:24:49","date_gmt":"2026-02-20T17:24:49","guid":{"rendered":"https:\/\/sancarlo.org\/un-bene-intravisto\/"},"modified":"2026-02-20T18:26:56","modified_gmt":"2026-02-20T17:26:56","slug":"das-kleine-bisschen-gutes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sancarlo.org\/de\/das-kleine-bisschen-gutes\/","title":{"rendered":"Das kleine bisschen Gutes"},"content":{"rendered":"<figure class=\"wp-block-image wp-block-image--fnztema is-style-full-width\"><picture><source media=\"(min-width: 1280px)\" srcset=\"https:\/\/sancarlo.org\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/praga_basile-1366x647.jpg 1x, https:\/\/sancarlo.org\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/praga_basile.jpg 2x\"><source media=\"(min-width: 1024px)\" srcset=\"https:\/\/sancarlo.org\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/praga_basile-1024x485.jpg 1x, https:\/\/sancarlo.org\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/praga_basile.jpg 2x\"><source media=\"(min-width: 768px)\" srcset=\"https:\/\/sancarlo.org\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/praga_basile-800x379.jpg 1x, https:\/\/sancarlo.org\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/praga_basile-1600x758.jpg 2x\"><source media=\"(min-width: 200px)\" srcset=\"https:\/\/sancarlo.org\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/praga_basile-500x237.jpg 1x, https:\/\/sancarlo.org\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/praga_basile-1000x474.jpg 2x\"><img decoding=\"async\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAAAAACH5BAEKAAEALAAAAAABAAEAAAICTAEAOw==\" alt=\"Praga Basile\" \/><\/picture><\/figure>\n\n\n<p>\u201eLieber Herr Lehrer, wahrscheinlich erinnern Sie sich nicht mehr an mich \u2026\u201c Im Dezember erhielt ich eine E-Mail von Tereza, einer ehemaligen Sch\u00fclerin, von der ich seit neun Jahren nichts geh\u00f6rt hatte. Damals hatte ich ihr, bevor sie unsere Schule aus gesundheitlichen Gr\u00fcnden verlie\u00df, einen Brief geschrieben, in dem ich ihr sagte, auch eine solche Situation wie die ihre k\u00f6nne einen Sinn haben. Sie hatte mir geantwortet und sich bedankt. Mein Brief, so sagte sie, habe ihr sehr geholfen. Aber sie bat mich, ihr nicht mehr zu schreiben. Warum auch immer \u2026<br>Seit 2009 bin ich in Prag. Die ersten zw\u00f6lf Jahre unterrichtete ich Mathematik an einem Gymnasium. Erst seit diesem Jahr bin ich in Vollzeit Pfarrer im Stadtteil Karl\u00edn, nicht weit vom Zentrum. Die neoromanische Kirche ist eine der gr\u00f6\u00dften und sch\u00f6nsten der Stadt. Unsere Mission hier ist zahlenm\u00e4\u00dfig nicht sehr gro\u00df. Im ersten Jahr hatten wir etwa zwanzig Taufen, zehn Hochzeiten, zwei Beerdigungen, und zwei Kinder gingen zur Erstkommunion. Doch was mich erstaunt, sind die vielen Begegnungen, die ich hier mache. Von einigen m\u00f6chte ich erz\u00e4hlen.<br>Blanka ist eine ehemalige Sch\u00fclerin von mir. Ich hatte ihr versprochen, wir w\u00fcrden uns wiedersehen, aber das erste Jahr in der Pfarrei war sehr anstrengend und es blieb keine Zeit. Ein Jahr sp\u00e4ter, im August, trafen wir uns auf ein Bier. Ein weiterer ehemaliger Sch\u00fcler war auch dabei. Wir unterhielten uns \u00fcber dies und das, und ich ging zufrieden nach Hause, weil ich zwei Menschen wiedergesehen hatte, die mir am Herzen lagen. Dabei fragte ich mich, was der Herr wohl aus diesem Abend machen werde.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote\">\n<p>Nur Gott erm\u00f6glicht\u00a0uns Freude ohne Anspr\u00fcche oder Vorw\u00fcrfe.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Im Oktober begann ich einen Taufvorbereitungskurs f\u00fcr Erwachsene. Durch reine Gnade haben hier in den letzten Monaten sieben Menschen den Wunsch ge\u00e4u\u00dfert, getauft zu werden. Zwei Wochen sp\u00e4ter schrieb mir Blanka: \u201eIch habe auf der Website der Pfarrei gesehen, dass du einen Kurs gibst. Kann ich da teilnehmen, auch wenn ich nicht getauft werden will?\u201c Als sie dann kam, erkl\u00e4rte sie mir, an jenem Abend beim Bier habe sie beeindruckt, dass ich so gl\u00fccklich wirkte. Dadurch sei bei ihr wieder sehr stark die Frage nach dem Sinn des Lebens aufgekommen. Mehrere Tage lang habe sie an nichts anderes denken k\u00f6nnen.<br>Viele Bed\u00fcrftige kommen in das Obdachlosenheim der \u00f6rtlichen Caritas, nur wenige Schritte von unserer Pfarrkirche entfernt. Einmal pro Woche gehe ich dorthin, um Polevka (Suppe) auszugeben. Wenn die Leute erfahren, dass ich Priester bin, kommen oft ganz unerwartete Gespr\u00e4che zustande: Der eine schaut sich Bibelkurse auf YouTube an, der andere schreibt Gedichte und kandidiert f\u00fcr die Europawahlen. Wieder ein anderer hat sich entschieden, auf der Stra\u00dfe zu leben, um freier zu sein. Manche schimpfen auch \u00fcber die Kirche \u2026 So lerne ich zuzuh\u00f6ren, versuche ohne Hintergedanken einfach da zu sein und lebe einen wesentlichen Aspekt meiner Berufung: reines Dienen.<br>Ivan ist seit einigen Jahren verheiratet. Seine Frau ist nicht getauft, aber gemeinsam haben sie beschlossen, auch ihr zweites Kind taufen zu lassen. Als sie zu mir kamen, fragte ich, warum sie ihr Kind taufen lassen wollten, und erkl\u00e4rte ihnen den Ritus. Dann sprachen wir dar\u00fcber, was sie so machen im Leben. Ein paar Monate sp\u00e4ter kam Ivan wieder. Die Begegnung mit mir habe bei ihm, so sagte er, den Wunsch geweckt, die Beziehung zu Gott, die er in seiner Jugend hatte, wieder aufzunehmen. Jetzt bereitet er sich mit Don Stefano auf die Firmung vor.<br>Wir alle sind aufgerufen, wie Jesus zu leben, der, wie die Evangelien berichten, unerm\u00fcdlich seinen Weg gegangen ist, durch Galil\u00e4a und weiter nach Jerusalem. Dieser Weg war von dem Wunsch gen\u00e4hrt, den Willen des Vaters zu erf\u00fcllen, und von Hunderten Begegnungen. Jesus war st\u00e4ndig auf der Suche nach dem verlorenen Schaf. In der Menge wollte er dem einzelnen Menschen begegnen: Denken wir an Zach\u00e4us, Matth\u00e4us, die blutfl\u00fcssige Frau \u2026 Wie oft habe ich um dieselbe Leidenschaft f\u00fcr den Menschen gebetet! Aber manchmal geschieht ein kleines Wunder und die Menschen suchen mich auf, wegen des kleinen bisschen Gutes, das sie bei mir gesehen haben.<br>\u201eLieber Herr Lehrer, wahrscheinlich erinnern Sie sich nicht mehr an mich \u2026 W\u00e4re es m\u00f6glich, dass wir uns treffen?\u201c Nur Gott erm\u00f6glicht es uns zu lieben, nicht nur einen Menschen, sondern auch die neun Jahre des Wartens auf eine Antwort. Nur Gott erm\u00f6glicht es uns, uns wirklich zu freuen, ohne Anspr\u00fcche oder Vorw\u00fcrfe. Nur in Gott ist ungeschuldete Liebe m\u00f6glich!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Liebe, die nur in Gott m\u00f6glich ist. Zeugnis aus unserer Mission in Prag.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":17148,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"inline_featured_image":false,"slim_seo":{"title":"Das kleine bisschen Gutes - Priesterbruderschaft des heiligen Karl Borrom\u00e4us","description":"Eine Liebe, die nur in Gott m\u00f6glich ist. 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