{"id":16959,"date":"2026-03-13T16:47:32","date_gmt":"2026-03-13T15:47:32","guid":{"rendered":"https:\/\/sancarlo.org\/un-si-vissuto-insieme\/"},"modified":"2026-03-13T16:47:34","modified_gmt":"2026-03-13T15:47:34","slug":"ein-ja-zu-gott-gemeinsam","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sancarlo.org\/de\/ein-ja-zu-gott-gemeinsam\/","title":{"rendered":"Ein Ja zu Gott, gemeinsam"},"content":{"rendered":"<figure class=\"wp-block-image wp-block-image--fnztema is-style-full-width\"><picture><source media=\"(min-width: 1280px)\" srcset=\"https:\/\/sancarlo.org\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/MSCB-hp8-1366x910.jpg 1x, https:\/\/sancarlo.org\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/MSCB-hp8.jpg 2x\"><source media=\"(min-width: 1024px)\" srcset=\"https:\/\/sancarlo.org\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/MSCB-hp8-1024x682.jpg 1x, https:\/\/sancarlo.org\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/MSCB-hp8-2048x1365.jpg 2x\"><source media=\"(min-width: 768px)\" srcset=\"https:\/\/sancarlo.org\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/MSCB-hp8-800x533.jpg 1x, https:\/\/sancarlo.org\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/MSCB-hp8-1600x1066.jpg 2x\"><source media=\"(min-width: 200px)\" srcset=\"https:\/\/sancarlo.org\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/MSCB-hp8-500x333.jpg 1x, https:\/\/sancarlo.org\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/MSCB-hp8-1000x666.jpg 2x\"><img decoding=\"async\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAAAAACH5BAEKAAEALAAAAAABAAEAAAICTAEAOw==\" alt=\"Mscb hp8\" \/><\/picture><figcaption>Missionarinnen des Heiligen Karl w\u00e4hrend eines Ausflugs in die Berge.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n<p>Vor 20 Jahren gr\u00fcndete die 24-j\u00e4hrige Rachele Paiusco in einem Vorort von Rom die Gemeinschaft der Missionarinnen des heiligen Karl Borrom\u00e4us. Heute sind sie auf drei verschiedenen Kontinenten vertreten. Seit diesem ersten Ja ist die Gemeinschaft auf fast 40 Schwestern angewachsen. Sie tr\u00e4gt ungeahnte Fr\u00fcchte durch die Faszination der Freude, die diese jungen Frauen in ihrer Berufung ausstrahlen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Das \u201eHaus\u201c ist der wichtigste Ort des gemeinsamen Lebens. Zwischen Stille, Gebet und den allt\u00e4glichen Arbeiten nehmen sie sich dort der unterschiedlichsten Menschen an. So ist ihre Gemeinschaft f\u00fcr viele zu einem vertrauten Ort geworden, zu einem Anziehungspunkt auf den verschiedenen Kontinenten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Nairobi<\/h2>\n\n\n\n<p>Kenia war die erste Auslandsmission der Missionarinnen. Sie wurde 2012 in einem noch stark von Stammeskulturen gepr\u00e4gten Umfeld er\u00f6ffnet. Die ersten Schwestern, die dort hinkamen, waren sehr betroffen davon, wie anders die Lebensverh\u00e4ltnisse waren als alles, was sie bisher kannten, vor allem von der Armut der Menschen, den unbefestigten Stra\u00dfen und den Blechh\u00fctten. Doch sie bemerkten sofort, wie offen die Menschen dort sind. Sie waren gleich umgeben von einer Menge begeisterter und lachender Kinder, die <em>\u201eWazungu!\u201c<\/em> (Wei\u00dfe!) riefen. Sie umarmten die Neuank\u00f6mmlinge und sch\u00fcttelten ihnen herzlich die H\u00e4nde, als w\u00fcrden sie Freunde treffen, die sie lange nicht gesehen hatten. Kinder sind hier \u00fcberall (kein Wunder bei einer Geburtenrate, die mehr als dreimal so hoch ist wie in Italien). Und sie werden auch nicht durch Tablets und Smartphones im Haus gehalten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote\">\n<p>Seit diesem ersten Ja ist die Gemeinschaft auf fast 40 Schwestern angewachsen<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>In der Pfarrei St. Joseph in Kahawa Sukari mit ihren 50.000 Einwohnern sind die Schwestern unerm\u00fcdlich im Einsatz, nur unterbrochen von den regelm\u00e4\u00dfigen Zeiten der Stille und des Gebets. Sie unterrichten in Schulen oder sind in dem kleinen Krankenhaus besch\u00e4ftigt, das dort der Priesterbruderschaft des heiligen Karl Borrom\u00e4usanvertraut ist.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Besonders eine ihrer Initiativen stellt f\u00fcr Kenia etwas v\u00f6llig Neues dar: <em>Ujiachilie<\/em> (\u201eLass es geschehen\u201c). \u00dcber 50 behinderte Kinder und ihre M\u00fctter finden hier eine Begleitung, die auch kostenlose Physiotherapie f\u00fcr die Kinder im <em>St. Joseph Hospital<\/em> umfasst. Immer dienstags treffen sich alle zu Gesang, Tanz und Porridge. Die Schwestern begleiten und beraten diese Frauen, die oft sehr arm sind. Sie bieten auch Katechismusunterricht an, w\u00e4hrend nebenan junge Freiwillige mit den Kindern spielen. Da ist Max, der taubstumm ist und auch die Geb\u00e4rdensprache nicht beherrscht; Kalvin ist hirngesch\u00e4digt; Faith, ein M\u00e4dchen von ungef\u00e4hr vier Jahren, f\u00e4ngt nach einer Tuberkuloseerkrankung erst jetzt an zu gehen und zu sprechen; Kamao hat das Down-Syndrom und stellt dank seiner sozialen und t\u00e4nzerischen F\u00e4higkeiten eine <em>One-Man-Show<\/em> dar. <em>Ujiachilie<\/em> ist ein absolutes Wunder in diesem Land, denn ein behindertes Kind stellt eine Schande f\u00fcr die ganze Familie und den Stamm dar. Das f\u00fchrt oft dazu, dass der Mann die Frau verl\u00e4sst oder sie aus ihrem Zuhause oder Dorf vertrieben wird. Hier dagegen werden diese M\u00fctter mit offenen Armen aufgenommen. So kommt es, dass viele sich ihre Kinder (selbst wenn sie schon acht Jahre alt sind) auf den R\u00fccken binden und sie teilweise anderthalb Stunden lang \u00fcber die staubigen Stra\u00dfen Nairobis hierher tragen. Diese Frauen sp\u00fcren, dass die Schwestern sich nicht nur um ihre Bed\u00fcrfnisse k\u00fcmmern, sondern ihnen den Sinn des Lebens vermitteln, durch die Art, wie sie sie und ihre Kinder anschauen und mit ihnen umgehen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Denver<\/h2>\n\n\n\n<p>Am Fu\u00dfe der Rocky Mountains, im wohlhabenden Broomfield vor den Toren von Denver, Colorado, liegt die Mission der Schwestern direkt neben dem Haus derPriesterbruderschaft San Carlo Borromeo. Broomfield scheint die perfekte Idylle zu sein: saubere Stra\u00dfen, kein Grashalm tanzt aus der Reihe um die gepflegten Villen der Vorstadt, wo die Nachbarn immer l\u00e4cheln und einem ein freundliches <em>Good Morning!<\/em> zurufen. Doch hinter diesem makellosen Bild verbirgt sich oft unglaubliche Einsamkeit.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Da ist zum Beispiel Fred, den die Schwestern bei ihren Besuchen im Krankenhaus kennengelernt haben: ein todkranker Mann, der die unwiderrufliche Entscheidung getroffen hat, seinem Leben durch Sterbehilfe ein Ende zu setzen (was in Colorado legal und weithin akzeptiert ist, wenn nicht sogar gef\u00f6rdert wird). Ohne Druck, sondern nur, weil sie ihm Zeit widmeten und ihn in seinem Leid begleiteten, hat Fred den letzten Schritt immer wieder aufgeschoben. Nach monatelangen K\u00e4mpfen ergab er sich ger\u00fchrt ihrer bedingungslosen Liebe: \u201eIch verdiene diese F\u00fcrsorge doch gar nicht.\u201c Eine \u00e4hnliche Geschichte wie bei Mutter Teresa, als sie einen Sterbenden aufnahm und dieser meinte, jetzt sterbe er \u201ewie ein F\u00fcrst\u201c. Und Mutter Teresa war es ja auch, die feststellte: \u201eEinsamkeit und das Gef\u00fchl, nicht geliebt zu werden, sind die schrecklichste Form der Armut.\u201c&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Das Haus der Missionarinnen in Denver ist ein so wertvoller Ort inmitten der M\u00fchen des amerikanischen Alltags, dass manche Familien sogar ihre Heimatstaaten verlassen und Tausende Kilometer umziehen, um in dieser \u201eneuen\u201c Gemeinschaft zu leben, wo ihre Kinder in die katholische Schule gehen k\u00f6nnen, an der die Schwestern unterrichten, und sie mit ihnen sowie den Priestern der Fraternit\u00e0 San Carlo das Leben in der Pfarrei teilen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Grenoble<\/h2>\n\n\n\n<p>Das j\u00fcngste der Missionsh\u00e4user, die in den letzten 20 Jahren entstanden sind, liegt in den franz\u00f6sischen Alpen. Vom kirchlichen Leben sind in dieser \u201eLieblingstochter der Kirche\u201c, als die Frankreich sich fr\u00fcher gerne bezeichnete, oft nur noch die Kircht\u00fcrme \u00fcbrig, Zeugen einer l\u00e4ngst vergangenen Zeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Die wichtigste Aufgabe der Missionarinnen des heiligen Karl Borrom\u00e4us, die der fr\u00fchere Bischof von Grenoble, Guy de Kerimel, hier mit gro\u00dfer Offenheit und Hilfsbereitschaft aufgenommen hatte, ist die Erziehung, genauer gesagt der Unterricht an dem Gymnasium, das direkt neben ihrem Haus liegt. Obwohl es sich um eine katholische Schule handelt, sind viele der jungen Leute dort nicht gl\u00e4ubig oder nicht einmal getauft. Doch gerade bei Jugendlichen, Studierenden und jungen Erwachsenen gilt, was der franz\u00f6sische Schriftsteller Charles P\u00e9guy schrieb: \u201eDie Gnade Gottes ist hartn\u00e4ckig. Wenn sie die T\u00fcr verschlossen findet, kommt sie durch das Fenster herein.\u201c Gott findet immer noch Wege, auch wenn Menschen ihn ablehnen. Und in Frankreich gibt es zurzeit viele, die den Glauben wiederentdecken und sich taufen lassen, selbst dort, wo jede T\u00fcr des Herzens verschlossen schien. In einem so s\u00e4kularen Umfeld ist oft schon die Tracht der Schwestern etwas, das \u201eder Welt immer wieder das Szenario Gottes \u00f6ffnet\u201c, wie Massimo Camisasca einmal sagte. Die Neugier, mit der die Leute die Schwestern betrachten, wird oft zum Ankn\u00fcpfungspunkt f\u00fcr neue Beziehungen.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote\">\n<p>Diese Art Gastfreundschaft ist mittlerweile zu einer Konstanten im Leben der Missionarinnen geworden<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Die Missionarinnen haben auch hier ihr Haus ge\u00f6ffnet f\u00fcr Kinder, Sch\u00fcler, Jugendgruppen, die oft von <em>chez les s\u0153urs<\/em> (bei den Schwestern) sprechen, um allen klarzumachen, dass das Haus der Schwestern auch ihr Zuhause ist. So begegnet die Kirche durch sie den unterschiedlichsten Menschen (Gl\u00e4ubige, Atheisten, konservative Katholiken, Agnostiker &#8230;), die gemeinsam einen Weg gehen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Rom<\/h2>\n\n\n\n<p>In dem Geb\u00e4ude, das bis zum Umzug in die Via Aurelia Antica 2017 das erste Zuhause der Missionarinnen war, befindet sich heute ein Missionshaus, in der Magliana Vecchia, einem eher schwierigen Stadtteil am Rande von Rom. Der Alltag der Schwestern spielt sich hier zwischen Kreativwerkst\u00e4tten, Besuchen bei Kranken und \u00e4lteren Menschen ab. Ein wichtiger Moment ist auch das sehr gut besuchte gemeinsame Fr\u00fchst\u00fcck nach der Sonntagsmesse in der Pfarrei Madonna del Rosario. Die Marienverehrung ist auch hier ein tief empfundenes Herzst\u00fcck des Volksglaubens. So wurden in letzter Zeit vergessene Traditionen wiederbelebt, wie die \u201ePilgernde Madonna\u201c, die die H\u00e4user des Viertels besucht, und Marienprozessionen durch die Stra\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eKlopf nur an der T\u00fcr, meine Mutter wird dir \u00f6ffnen &#8230; Im Garten erwartet dich Gott, er will mit dir sprechen, du kannst dich ganz dicht neben ihn setzen und zuh\u00f6ren\u201c, hei\u00dft es in einem Text des italienischen Liedermachers Claudio Chieffo. Das beschreibt sehr gut, was das Haus in der Magliana heute darstellt.<\/p>\n\n\n\n<p>Seit 2021 ist es auch ein Ort, der junge Frauen aufnimmt, die aus unterschiedlichen Gr\u00fcnden und mit den unterschiedlichsten Geschichten im Hintergrund hier Zeit verbringen wollen, um sich pers\u00f6nlich \u00fcber einige Dinge klar zu werden. Ihnen wird angeboten, f\u00fcr einen Zeitraum von mindestens drei Monaten und h\u00f6chstens zwei Jahren bei den Missionarinnen zu leben, damit sie an sich arbeiten k\u00f6nnen und die Instrumente erhalten, um das anzugehen, was sie in den folgenden Jahren erwartet.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Art Gastfreundschaft ist mittlerweile zu einer Konstanten im Leben der Missionarinnen geworden, die es ihnen erm\u00f6glicht, Jugendlichen und Erwachsenen, Familien oder Freunden in allen Teilen der Welt die Sch\u00f6nheit und das Gl\u00fcck nahezubringen, das es bedeutet, ein Ja zu Gott immer wieder zu erneuern und gemeinsam zu leben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Missionarinnen des heiligen Karl Borrom\u00e4us feiern ihr 20-j\u00e4hriges Bestehen.<br \/>\nMittlerweile gibt es vier Missionsh\u00e4user, in Italien, Frankreich, Kenia und den USA.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":17087,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"inline_featured_image":false,"slim_seo":{"title":"Ein Ja zu Gott, gemeinsam - Priesterbruderschaft des heiligen Karl Borrom\u00e4us","description":"Die Missionarinnen des heiligen Karl Borrom\u00e4us feiern ihr 20-j\u00e4hriges Bestehen. 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