{"id":7753,"date":"2024-02-08T10:23:20","date_gmt":"2024-02-08T09:23:20","guid":{"rendered":"https:\/\/sancarlo.org\/dove-ce-dio-tutto-e-musica\/"},"modified":"2025-09-10T17:34:45","modified_gmt":"2025-09-10T15:34:45","slug":"dove-ce-dio-tutto-e-musica","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sancarlo.org\/de\/dove-ce-dio-tutto-e-musica\/","title":{"rendered":"Wo Gott ist, da ist alles Musik"},"content":{"rendered":"<figure class=\"wp-block-image wp-block-image--fnztema is-style-full-width\"><picture><source media=\"(min-width: 1280px)\" srcset=\"https:\/\/sancarlo.org\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/CERESOLI-1366x911.jpg 1x, https:\/\/sancarlo.org\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/CERESOLI.jpg 2x\"><source media=\"(min-width: 1024px)\" srcset=\"https:\/\/sancarlo.org\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/CERESOLI-1024x683.jpg 1x, https:\/\/sancarlo.org\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/CERESOLI.jpg 2x\"><source media=\"(min-width: 768px)\" srcset=\"https:\/\/sancarlo.org\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/CERESOLI-800x533.jpg 1x, https:\/\/sancarlo.org\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/CERESOLI-1600x1067.jpg 2x\"><source media=\"(min-width: 200px)\" srcset=\"https:\/\/sancarlo.org\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/CERESOLI-500x333.jpg 1x, https:\/\/sancarlo.org\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/CERESOLI-1000x667.jpg 2x\"><img decoding=\"async\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAAAAACH5BAEKAAEALAAAAAABAAEAAAICTAEAOw==\" alt=\"Ceresoli\" \/><\/picture><figcaption>Schwester Eleonora Ceresoli (Mitte) und Schwester Elena Rondelli (links) mit Frauen aus der Pfarrei St. Joseph in Kahawa Sukari (Nairobi, Kenia).<\/figcaption><\/figure>\n\n\n<p>Am Sonntagmorgen werden wir in Kahawa Sukari durch das Kr\u00e4hen der H\u00e4hne in unserer Nachbarschaft und den Gesang der V\u00f6gel geweckt. In Afrika singen sogar die V\u00f6gel rhythmisch. Ihr Gesang bildet eine Hintergrundmelodie, zu der noch das Rascheln der Bananenbl\u00e4tter kommt, das man auch mit dem Rauschen des Wassers bei einem Regenguss verwechseln k\u00f6nnte. Aber der Klang ist viel sanfter. Die Sch\u00f6pfung erwacht, und wir mit ihr. Der Hymnus, mit dem unser Morgengebet am Sonntag beginnt, lautet ja: \u201eIm gl\u00e4nzenden Lichte des Morgens ert\u00f6net der Himmel in Kl\u00e4ngen; die Erde bejubelt voll Freude den Herrn, der vom Tode erstanden.\u201c&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Um 7.30 Uhr beginnt die erste Sonntagsmesse in der Pfarrei St. Joseph, die den Priestern der Priesterbruderschaft des Heiligen Karl Borrom\u00e4us anvertraut ist. Die Kirche ist nur wenige Meter von unserem Haus entfernt, und die Lautsprecher erlauben es uns, an den fr\u00f6hlichen Ges\u00e4ngen des kenianischen Volkes teilzuhaben. Unsere morgendliche Zeit der Stille hat so Anteil an dem \u201eErt\u00f6nen des Himmels in Kl\u00e4ngen\u201c, von dem in dem Hymnus die Rede ist. Bald darauf gehen auch wir zum Sonntagsgottesdienst. Die Kirche ist voll. Die Kinder und Jugendlichen beleben die Messe mit ihren fr\u00f6hlichen T\u00e4nzen und Ges\u00e4ngen, die mich jedes Mal bewegen. Der Sonntag ist hier in Nairobi wirklich ein Tag des Herrn.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Vor etwas mehr als sieben Monaten bin ich nach Kenia gekommen. Als erstes ist mir die Sorgfalt aufgefallen, mit der die Liturgie in unserer Pfarrei gepflegt wird. Alles hat seinen Sinn; alles ist darauf ausgerichtet, die Sch\u00f6nheit der Beziehung zu Gott zum Ausdruck zu bringen. Unsere Priester sch\u00e4tzen au\u00dferdem die sch\u00f6nen lokalen Traditionen und versuchen sie zu bereichern durch die F\u00fclle des Lebens und der Wahrheit des Glaubens. So sind in den liturgischen T\u00e4nzen Geist und K\u00f6rper vereint im Ausdruck der Freude.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote\">\n<p>Wenn das Leben vom Herrn erleuchtet wird, singt und tanzt das Herz<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Dienstagsmorgens leiten Schwester Erika und ich eine Gruppe von M\u00fcttern mit behinderten Kindern in der Pfarrei. Die Gruppe ist benannt nach dem Lied <em>Lasciati fare<\/em> des italienischen Liedermachers Claudio Chieffo (auf Swahili: Ujiachilie). Die Melodie, mit der die M\u00fctter und Kinder begr\u00fc\u00dft und verabschiedet werden, ist diesem Lied entnommen, das die Zugeh\u00f6rigkeit beschreibt. Die erste Strophe lautet: \u201eLass dich durch den gestalten, der dich kennt\u201c.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Die M\u00fctter tragen ihre Kinder meistens auf dem R\u00fccken. Zu Beginn unserer Treffen beten wir den Rosenkranz. Obwohl nur wenige von den Frauen katholisch sind, vertrauen sie der Gottesmutter ihre Anliegen an. Dann singen wir Lieder f\u00fcr die Kinder. Sie haben unterschiedliche Behinderungen, aber alle lachen. Einige klatschen in die H\u00e4nde, andere tanzen mit ihren F\u00fc\u00dfchen, wieder andere schauen einfach nur staunend Schwester Erika und mir zu. Anschlie\u00dfend reden wir mit den Frauen \u00fcber ihre Probleme. Sie sind fast alle von ihren M\u00e4nnern verlassen oder von ihren Familien versto\u00dfen worden. Wir sprechen \u00fcber alles, was mit ihrem Leben zu tun hat: die Achtung ihres K\u00f6rpers, die affektiven Beziehungen, ihr Verh\u00e4ltnis zu Gott, den Sinn des Lebens und den Tod. Dabei wird viel geweint und gelacht. Meistens beenden wir den Vormittag mit einem traditionellen Tanz.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch in den Schulen sehen wir wie gerne die Kinder singen und tanzen. Es gibt auch kein Treffen von Jugendlichen, bei dem nicht spontan kleine Gruppen spielerisch T\u00e4nze improvisieren. Wenn der Herr das Leben erleuchtet, dann singt und tanzt das Herz.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>An Orten allerdings, wo Gott nicht zugegen ist, wird die Musik zu L\u00e4rm und Trauerspiel. Aus schummrigen Kneipen h\u00f6rt man Lieder, die anst\u00f6\u00dfige Beziehungen und Gewalt verherrlichen. In den Stra\u00dfen unseres Viertels erklingt teilweise ohrenbet\u00e4ubende Musik, die nicht zum Tanzen, sondern zum Vergessen auffordert.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>An Fronleichnam dagegen war es wundersch\u00f6n, als wir mit den Priestern durch das Viertel zogen und Hunderte von Gemeindemitgliedern festliche Lieder sangen. Da schauten ganz viele Menschen neugierig aus ihren H\u00e4usern, weil sie sehen wollten, was da los war. Einige schalteten ihren L\u00e4rm ab, um die Musik Gottes in ihre H\u00e4user ziehen zu lassen. Ich liebe Musik und Gesang. Gott nutzt diese meine Leidenschaft, um in mir Zuneigung und Freundschaft zu diesem Land und diesem Volk zu wecken, aber vor allem zu ihm.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Sch\u00f6nheit der Musik und die Freude beim Tanz bewirken, dass sich unser Herz zu Gott erhebt. Ein Sonntag in Nairobi.<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":7754,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"inline_featured_image":false,"slim_seo":{"title":"Wo Gott ist, da ist alles Musik - Priesterbruderschaft des heiligen Karl Borrom\u00e4us","description":"Die Sch\u00f6nheit der Musik und die Freude beim Tanz bewirken, dass sich unser Herz zu Gott erhebt. 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