{"id":7758,"date":"2024-02-29T18:31:00","date_gmt":"2024-02-29T17:31:00","guid":{"rendered":"https:\/\/sancarlo.org\/la-gratuita-che-imparo\/"},"modified":"2024-06-12T14:50:08","modified_gmt":"2024-06-12T12:50:08","slug":"la-gratuita-che-imparo","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sancarlo.org\/de\/la-gratuita-che-imparo\/","title":{"rendered":"Ungeschuldete Liebe lernen"},"content":{"rendered":"<figure class=\"wp-block-image wp-block-image--fnztema is-style-full-width\"><picture><source media=\"(min-width: 1280px)\" srcset=\"https:\/\/sancarlo.org\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/PEDROLI-small.jpg 1x, https:\/\/sancarlo.org\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/PEDROLI-small.jpg 2x\"><source media=\"(min-width: 1024px)\" srcset=\"https:\/\/sancarlo.org\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/PEDROLI-small-1024x682.jpg 1x, https:\/\/sancarlo.org\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/PEDROLI-small.jpg 2x\"><source media=\"(min-width: 768px)\" srcset=\"https:\/\/sancarlo.org\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/PEDROLI-small-800x533.jpg 1x, https:\/\/sancarlo.org\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/PEDROLI-small.jpg 2x\"><source media=\"(min-width: 200px)\" srcset=\"https:\/\/sancarlo.org\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/PEDROLI-small-500x333.jpg 1x, https:\/\/sancarlo.org\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/PEDROLI-small-1000x666.jpg 2x\"><img decoding=\"async\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAAAAACH5BAEKAAEALAAAAAABAAEAAAICTAEAOw==\" alt=\"Pedroli Small\" \/><\/picture><figcaption>Studenten von \u201eComunione e Liberazione\u201c in Spanien.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n<p>Seit einiger Zeit widme ich einen gro\u00dfen Teil meiner Zeit und Kraft der Begleitung von Studenten. Es war ein unerwartetes Geschenk, auch wenn ich anf\u00e4nglich ein bisschen besorgt war und mich dem Ganzen nicht gewachsen f\u00fchlte. Die Studienzeit ist in der Tat eine sehr wichtige, in der die gro\u00dfen Fragen des Lebens endg\u00fcltige Antworten finden sollten, die zu stabilen Wurzeln f\u00fcr das weitere Leben werden.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Meine Hauptaufgabe ist die Begleitung der Studenten von \u201eComunione e Liberazione\u201c in ganz Spanien, auch auf den Inseln. Neben einigen gro\u00dfen und gut organisierten Gemeinschaften gibt es eine gro\u00dfe Anzahl junger Leute in kleineren Gruppen in unterschiedlichen St\u00e4dten. Sie zu besuchen, ist meine liebste Aufgabe. Sie freuen sich immer, wenn jemand bereit ist, Hunderte von Kilometern zu fahren, nur um ein paar Stunden mit f\u00fcnf oder sechs Leuten Mitte Zwanzig zu verbringen, um ihren Glauben zu st\u00e4rken und sie auf ihrem Weg zu begleiten! Dabei denke ich oft an die Sorge und stille Hingabe, mit der so manche Lehrer und \u00e4ltere Freunde sich um mich gek\u00fcmmert haben. Wenn ich entdecken konnte, wie sch\u00f6n das christliche Leben ist, dann verdanke ich das ihrer erzieherischen Leidenschaft, ihrer Sehnsucht und der ganzen Energie, mit der sie mich begleitet haben. Das Christentum ist ja im Grunde genau diese unbezwingbare Leidenschaft f\u00fcr die Bestimmung jedes Menschen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Das sehe ich auch sehr deutlich an der staatlichen Universit\u00e4t von Fuenlabrada, an der etwa 8000 junge Menschen studieren. Der Bischof unserer Di\u00f6zese hat mich gebeten, mich besonders um diesen modernen Campus der \u201eUniversidad Rey Juan Carlos\u201c zu k\u00fcmmern. Die Pandemie hatte hier Auswirkungen, die kaum noch r\u00fcckg\u00e4ngig zu machen sind: Online-Unterricht, oder eine Mischung aus Online- und Pr\u00e4senz-, ist jetzt die Regel. Das hat jedoch nicht verhindert, dass ich in den letzten zwei Jahren hier erleben konnte, wie der Herr mit seiner einzigartigen Kreativit\u00e4t am Werk ist.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote\">\n<p>Das Christentum ist eine unbezwingbare Leidenschaft f\u00fcr das Schicksal jeder Person<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Teilweise konnte ich Beziehungen zu Menschen kn\u00fcpfen, die dem Glauben sehr fern stehen oder ihn ganz ablehnen. Manchmal spricht mich jemand im Garten oder in der Mensa an, wo meine schwarze Kleriker-Kleidung verst\u00e4ndlicherweise neugierige Blicke hervorruft. Ich habe mich immer noch nicht an das Gef\u00fchl gew\u00f6hnt, pl\u00f6tzlich dreihundert Blicke auf mich gerichtet zu f\u00fchlen und zu h\u00f6ren, wie die Leute sich zufl\u00fcstern: \u201eSchau mal, ein Priester!\u201c&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Welchen Sinn hat meine Pr\u00e4senz an einer staatlichen Universit\u00e4t in dem relativistischen und sehr s\u00e4kularen Spanien? Sie ist sicher nur ein Tropfen auf den hei\u00dfen Stein. Auch die Zahl der Messbesucher ist sehr gering. Aber ich versuche, f\u00fcr jeden einzelnen da zu sein, f\u00fcr die Professoren und die Studenten, f\u00fcr die G\u00e4rtner und die Angestellten in der Cafeteria, f\u00fcr die Hausmeister und das Sicherheitspersonal. Oft ist ein L\u00e4cheln, ein Wort, eine zaghafte Bitte um ein Gebet die letzte Bastion einer Menschlichkeit, die sich nach Gemeinschaft sehnt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Unter den vielen Begegnungen trage ich besonders die mit Jorge im Herzen, einem jungen Mann, der in jeder Hinsicht von weither kam. Als er mich in einem Gang in der N\u00e4he des Sekretariats sah, kam er auf mich zu und wollte mit mir reden. Und mit der Zeit fand er die Gemeinschaft, die er suchte. Er ging wieder zu den Sakramenten und kam auch \u00f6fter zu unseren Treffen in der Mensa. Au\u00dferdem begann er einen wundersch\u00f6nen Glaubensweg mit seiner jungen Verlobten, wenn auch nicht ohne M\u00fchen. Denn er musste feststellen, dass der Glaube anspruchsvoll ist und ein ungeteiltes Herz verlangt. Eines Tages teilte er mir mit, er werde bald in sein Heimatland zur\u00fcckkehren. Er m\u00fcsse sein Studium unterbrechen aufgrund eines ernsten famili\u00e4ren Problems. Ich war ziemlich hilflos, denn ich hatte das Gef\u00fchl, seine Zugeh\u00f6rigkeit zur Kirche sei noch sehr zerbrechlich. Monatelang h\u00f6rte ich nichts mehr von ihm. Doch eines Tages kam eine E-Mail, in der er mir mitteilte, er habe wieder Beziehungen zu seiner Heimatgemeinde aufgenommen und stelle immer mehr fest, dass sein Leben von Ewigkeit her gewollt und geliebt sei. Er sei dankbar f\u00fcr die Zeit, die ich ihm geschenkt habe.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Die Begegnung mit Jorge, wie so oft nur auf Zeit (die Universit\u00e4t ist ein Ort, der viel Flexibilit\u00e4t erfordert), ist eines von den vielen kleinen Dingen, die mir geschenkt wurden und meine Sehnsucht best\u00e4rken, mein Leben daf\u00fcr hinzugeben, dass Menschen Christus kennenlernen. In meiner Mission lerne ich, dass das Entscheidende nicht die Zeit ist, oder dass ich Fr\u00fcchte sehe, sondern die ungeschuldete Liebe, die ich hier lerne, die ich erfahre und die ich jedem Menschen schenken m\u00f6chte, dem ich begegne.&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aus dem eher s\u00e4kularen Spanien kommt die Geschichte eines Priesters in der Hochschulpastoral.<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":7759,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"inline_featured_image":false,"slim_seo":{"title":"Ungeschuldete Liebe lernen - Priesterbruderschaft des heiligen Karl Borrom\u00e4us","description":"Aus dem eher s\u00e4kularen Spanien kommt die Geschichte eines Priesters in der Hochschulpastoral."},"footnotes":""},"categories":[922],"tags":[944,924,933,945],"writers":[727],"regions":[946],"cities":[947],"class_list":["post-7758","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-zeugnisse","tag-carita-de","tag-educazione-de","tag-missione-de","tag-universita-de","writers-tommaso-pedroli","regions-europa-de","cities-fuenlabrada-de"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sancarlo.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7758","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/sancarlo.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sancarlo.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sancarlo.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sancarlo.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7758"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/sancarlo.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7758\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7761,"href":"https:\/\/sancarlo.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7758\/revisions\/7761"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sancarlo.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/7759"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sancarlo.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7758"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sancarlo.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7758"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sancarlo.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7758"},{"taxonomy":"writers","embeddable":true,"href":"https:\/\/sancarlo.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/writers?post=7758"},{"taxonomy":"regions","embeddable":true,"href":"https:\/\/sancarlo.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/regions?post=7758"},{"taxonomy":"cities","embeddable":true,"href":"https:\/\/sancarlo.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/cities?post=7758"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}