{"id":7762,"date":"2023-11-14T17:04:23","date_gmt":"2023-11-14T16:04:23","guid":{"rendered":"https:\/\/sancarlo.org\/lofferta-silenziosa-che-sostiene-il-mondo\/"},"modified":"2024-06-12T15:10:41","modified_gmt":"2024-06-12T13:10:41","slug":"lofferta-silenziosa-che-sostiene-il-mondo","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sancarlo.org\/de\/lofferta-silenziosa-che-sostiene-il-mondo\/","title":{"rendered":"Das stille Opfer, das die Welt tr\u00e4gt"},"content":{"rendered":"<figure class=\"wp-block-image wp-block-image--fnztema is-style-full-width\"><picture><source media=\"(min-width: 1280px)\" srcset=\"https:\/\/sancarlo.org\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Panoramica-Monte-San-Giusto-territorio-regione-Marche-scaled-1-1366x498.jpeg 1x, https:\/\/sancarlo.org\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Panoramica-Monte-San-Giusto-territorio-regione-Marche-scaled-1-2400x875.jpeg 2x\"><source media=\"(min-width: 1024px)\" srcset=\"https:\/\/sancarlo.org\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Panoramica-Monte-San-Giusto-territorio-regione-Marche-scaled-1-1024x373.jpeg 1x, https:\/\/sancarlo.org\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Panoramica-Monte-San-Giusto-territorio-regione-Marche-scaled-1-2048x746.jpeg 2x\"><source media=\"(min-width: 768px)\" srcset=\"https:\/\/sancarlo.org\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Panoramica-Monte-San-Giusto-territorio-regione-Marche-scaled-1-800x292.jpeg 1x, https:\/\/sancarlo.org\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Panoramica-Monte-San-Giusto-territorio-regione-Marche-scaled-1-1600x583.jpeg 2x\"><source media=\"(min-width: 200px)\" srcset=\"https:\/\/sancarlo.org\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Panoramica-Monte-San-Giusto-territorio-regione-Marche-scaled-1-500x182.jpeg 1x, https:\/\/sancarlo.org\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Panoramica-Monte-San-Giusto-territorio-regione-Marche-scaled-1-1000x364.jpeg 2x\"><img decoding=\"async\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAAAAACH5BAEKAAEALAAAAAABAAEAAAICTAEAOw==\" alt=\"Panoramica Monte San Giusto Territorio Regione Marche Scaled 1\" \/><\/picture><figcaption>Eine Ansicht von Monte San Giusto in den italienischen Marken<\/figcaption><\/figure>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">An das Bett eines kranken oder sterbenden Menschen gerufen zu werden oder im Haus eines Verstorbenen zu beten, umgeben von den Angeh\u00f6rigen, geh\u00f6rt von jeher zur Aufgabe eines Priesters. In Lateinamerika, wo ich fast 20 Jahre gelebt habe, war das h\u00e4ufig der Fall.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im vergangenen Jahr jedoch, als ich in einer Pfarrei in den Marken eingesetzt war, konnte ich viele \u00e4ltere Menschen zu Hause besuchen, h\u00e4ufiger und regelm\u00e4\u00dfiger, als das sonst m\u00f6glich ist. Jeden Monat habe ich etwa 70 Menschen im Alter zwischen 80 und 100 Jahren besucht, die die unterschiedlichsten physischen und psychischen Probleme hatten. Ich h\u00f6rte ihnen zu und spendete ihnen die Sakramente. Aus diesen Begegnungen habe ich viel gelernt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn ich in das Haus eines \u00e4lteren Menschen gehe, nehme ich weder mein Handy mit, noch schaue ich auf die Uhr. Damit signalisiere ich dem Menschen sofort: Ich bin jetzt nur f\u00fcr dich da. Den Zeitdruck und die Schnelllebigkeit der Welt lasse ich vor der T\u00fcr. Und nicht nur das. Ich trete in eine andere Dimension der Zeit ein, wie sie in den Wohnst\u00e4tten \u00e4lterer Menschen herrscht. Die Zeit der tausendfach am Tag wiederholten Sto\u00dfgebete, der langsamen Gebetsrhythmen, der Stunden, die strukturiert sind durch die Rosenkr\u00e4nze und Gottesdienste, die auf den verschiedenen Fernsehkan\u00e4len \u00fcbertragen werden.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Zeit der alten Menschen und ihrer H\u00e4user ist nat\u00fcrlich auch die Zeit der Erinnerung. Ihre Zimmer sind fast immer voller Fotos. Normalerweise schaue ich sie mir an und spreche mit ihnen und den Angeh\u00f6rigen dar\u00fcber.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Leben ist ein Geheimnis, das es zu entdecken gilt\u00a0<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Alberto war \u00fcber 100 Jahre alt. Ich sage \u201ewar\u201c, denn inzwischen ist er verstorben. Vor seinem Tod habe ich ihn einige Male besucht. Er war ein sehr ernster Mensch. Er hatte viel gearbeitet und war im Krieg gewesen. Einmal machte ich, am Ende der Beichte, aufgrund meiner Leidenschaft f\u00fcr Geschichte den \u201eFehler\u201c, ihn zu bitten, mir ein paar Episoden aus dem Zweiten Weltkrieg zu erz\u00e4hlen. Daraufhin berichtete er mit einer au\u00dferordentlichen F\u00fclle an Details, welche Entbehrungen er erlebt hatte. Und ich blieb weitere zwei Stunden in seinem Zimmer!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">W\u00e4hrend ich ihm zuh\u00f6rte, wurde mir klar, dass die Ereignisse, von denen er erz\u00e4hlte, wie durch einen unsichtbaren Faden verbunden waren, den der Vorsehung. Das machte mir erneut deutlich, dass auch mein Leben eine tiefe Einheit besitzt. Die Etappen unseres Lebens, die unvorhergesehenen Richtungs\u00e4nderungen sind keine verstreuten Splitter einer sinnlosen Explosion, sondern Teil eines g\u00f6ttlichen Planes, der alles an sein Ziel f\u00fchrt. Das Leben ist kein R\u00e4tsel, das man f\u00fcrchten m\u00fcsste, sondern ein Geheimnis, das es zu entdecken gilt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Viele der H\u00e4user, die ich besucht habe, waren Mehrgenerationenh\u00e4user, in denen Eltern, Kinder und Enkel lebten. Wenn man sie besucht, sieht man einen interessanten Querschnitt der Generationen. Zuweilen bemerkt man die unvermeidlichen Spannungen. Oft wird die gro\u00dfe Kluft zwischen dem starken Glauben der Eltern und der Gleichg\u00fcltigkeit ihrer Kinder und Enkel deutlich.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese mehrst\u00f6ckigen H\u00e4user, in denen mehrere Generationen leben, waren f\u00fcr mich auch ein Ort, an dem ich heroische Opfer bewundern konnte: S\u00f6hne und T\u00f6chter, aber auch Schwiegert\u00f6chter, die seit Jahren ihre alten Eltern oder die ihrer Ehem\u00e4nner pflegen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gelsomina ist \u00fcber 90 Jahre alt. Inzwischen spricht sie nicht mehr, aber sie erkennt ihre Lieben noch. Sie kann keine feste Nahrung zu sich nehmen. Nicht einmal die Kommunion. Dreimal am Tag bereitet ihre Tochter liebevoll ein Gem\u00fcsep\u00fcree f\u00fcr sie zu und spritzt es in den Infusionsschlauch, damit die alte Dame weiterleben kann. Das macht sie schon seit etwa 20 Jahren. Seit 20 Jahren k\u00fcmmert sie sich jeden Tag um sie, w\u00e4scht sie, pflegt sie.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die H\u00e4user, die ich besucht habe, sind vielfach Schauplatz eines tagt\u00e4glichen, stillen, geheimnisvollen Opfers, das die Welt tr\u00e4gt, aber in der heutigen Mentalit\u00e4t nichts z\u00e4hlt. Niemand spricht dar\u00fcber und niemand lobt es. Nur Gott sieht es und erkennt es an. Denn durch diese Schw\u00e4che offenbart sich etwas von der Macht Gottes, der sich selbst geopfert hat, um uns zu erl\u00f6sen. Dadurch wird auch der Sinn meines Priestertums klarer und vertieft sich. Ich bin nur derjenige, der die Macht Christi in die H\u00e4user bringt, die Macht dessen, der alles rettet und alles vergibt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Beim Besuch kranker oder alter Menschen kann man eintauchen in die Zeit Gottes und die Kraft Christi neu entdecken. Ein Zeugnis aus einem kleinen Dorf  in den Marken.<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":7763,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"inline_featured_image":false,"slim_seo":{"title":"Das stille Opfer, das die Welt tr\u00e4gt - Priesterbruderschaft des heiligen Karl Borrom\u00e4us","description":"Beim Besuch kranker oder alter Menschen kann man eintauchen in die Zeit Gottes und die Kraft Christi neu entdecken. 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