{"id":9282,"date":"2024-09-17T15:49:57","date_gmt":"2024-09-17T13:49:57","guid":{"rendered":"https:\/\/sancarlo.org\/la-forza-della-perseveranza\/"},"modified":"2025-01-09T11:14:04","modified_gmt":"2025-01-09T10:14:04","slug":"la-forza-della-perseveranza","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sancarlo.org\/de\/la-forza-della-perseveranza\/","title":{"rendered":"Die Kraft des Durchhaltens"},"content":{"rendered":"<figure class=\"wp-block-image wp-block-image--fnztema is-style-full-width\"><picture><source media=\"(min-width: 1280px)\" srcset=\"https:\/\/sancarlo.org\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/SIDOTI-copia-dimensioni-grandi.jpeg 1x, https:\/\/sancarlo.org\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/SIDOTI-copia-dimensioni-grandi.jpeg 2x\"><source media=\"(min-width: 1024px)\" srcset=\"https:\/\/sancarlo.org\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/SIDOTI-copia-dimensioni-grandi-1024x461.jpeg 1x, https:\/\/sancarlo.org\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/SIDOTI-copia-dimensioni-grandi.jpeg 2x\"><source media=\"(min-width: 768px)\" srcset=\"https:\/\/sancarlo.org\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/SIDOTI-copia-dimensioni-grandi-800x360.jpeg 1x, https:\/\/sancarlo.org\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/SIDOTI-copia-dimensioni-grandi.jpeg 2x\"><source media=\"(min-width: 200px)\" srcset=\"https:\/\/sancarlo.org\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/SIDOTI-copia-dimensioni-grandi-500x225.jpeg 1x, https:\/\/sancarlo.org\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/SIDOTI-copia-dimensioni-grandi-1000x450.jpeg 2x\"><img decoding=\"async\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAAAAACH5BAEKAAEALAAAAAABAAEAAAICTAEAOw==\" alt=\"Sidoti Copia Dimensioni Grandi\" \/><\/picture><figcaption>Die Priester der Bogot\u00e1-Mission auf einer Reise mit den Jugendlichen der Pfarrei.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n<p>&nbsp;\u201eWarum sollten wir uns nicht damit abfinden, in einer fiktiven Welt zu leben?\u201c Mit dieser Frage beginnt die Diskussion. Wie jeden Samstag treffen Giovanni, Ruben und ich uns mit einer kleinen Gruppe von Sch\u00fclern im Alter zwischen 13 und 17 Jahren. Wir wissen nie, wie viele kommen. Manchmal sind es nur drei oder vier, manchmal bis zu 15. Die meisten sind aus der Nachbarschaft. Einige leben in der kleinen Favela, mitten im Universit\u00e4tsviertel von Bogot\u00e1, in dem die Pfarrei liegt, die die Di\u00f6zese uns 2016 anvertraut hat. Ein paar sind auch Sch\u00fcler von Giovanni, die f\u00fcr unsere Treffen eine einst\u00fcndige Fahrt mit \u00f6ffentlichen Verkehrsmitteln auf sich nehmen. Heute sind sechs gekommen. Wir haben ihnen vorgeschlagen, gemeinsam den Film \u201eDie Truman Show\u201c anzuschauen. \u201eWarum sollten wir uns nicht damit abfinden, in einer fiktiven Welt zu leben\u201c, frage ich anschlie\u00dfend die Jugendlichen. Die Antwort kommt ohne Z\u00f6gern: \u201eDarum.\u201c Ein fiktives Leben hat offenbar keinen Reiz f\u00fcr sie. Wir bohren weiter: \u201eWarum entscheidet sich Truman schlie\u00dflich, das zu tun, was ihn an die Grenzen der Welt f\u00fchrt, die eigens um ihn herum aufgebaut wurde?\u201c Die Interpretationen sind vielf\u00e4ltig: von der Begegnung mit seinem Vater, der eigentlich in einem Sturm umgekommen war, bis hin zu dem Wunsch, Forscher zu werden. Am Ende jedoch laufen alle Hypothesen auf eines zu: Was Truman wirklich bewegt, ist die Begegnung mit Lauren, der Frau, in die er seit seiner Studienzeit verliebt ist und die ihm das Verlogene der Welt offenbart, in der er lebt. Ein Same, der in seiner Jugend gelegt worden war, fast vergessen und doch herangereift im Laufe der Jahre, f\u00fchrt dazu, dass er den Aufbruch wagt. Man entscheidet sich, wahrhaft zu leben, wenn man jemandem begegnet, der einen liebt, der einem die Wahrheit sagt \u00fcber einen selbst und die Welt um einen herum.<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;Das ist auch das, was wir mit diesen jungen Leuten tun wollen. Alles, was wir ihnen vorschlagen, von den Spielen bis zu den Gespr\u00e4chen, ist nichts anderes als der Versuch, ihnen die Sch\u00f6nheit der Wahrheit, einer echten Freundschaft zu zeigen, einer authentischeren Art des Zusammenseins, des Umgangs mit der Zeit, des Blicks auf Schule und Studium. Die Diskussionen sind immer anstrengend: Es ist schwierig, sich in die Augen zu schauen, sich die Wahrheit zu sagen, sich nicht hinter oberfl\u00e4chlichem Lachen zu verstecken, sich nicht zu verlieren in jener Art von Umgang miteinander, wie man ihn auf der Stra\u00dfe lernt, der aus Provokationen und Streit besteht.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote\">\n<p>In der Gemeinschaft eine unersch\u00f6pfliche Kraft liegt<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>&nbsp;In den vergangenen Monaten gab es viele sch\u00f6ne Momente: Der ein oder andere der Jugendlichen hat sich ge\u00f6ffnet im pers\u00f6nlichen Gespr\u00e4ch und uns erz\u00e4hlt, dass er traurig ist \u00fcber den Selbstmord des Bruders oder Angst vor der Zukunft hat. Das sind keine Fragen, auf die man leicht eine Antwort geben kann. Wir wollen einfach versuchen, das gemeinsam mit ihnen zu tragen, ohne den Ecken und Kanten des Lebens auszuweichen, die einen verletzen k\u00f6nnen. Es gab auch viele schwierige Momente: Aufrufe, die kein Geh\u00f6r fanden, Ausbr\u00fcche von verbaler und physischer Gewalt. Manchmal haben wir am Samstagnachmittag vergeblich gewartet und keiner kam. Aber in all diesen Monaten ist uns nie der Gedanke gekommen, aufzugeben. Wie kommt das? Weil in der Gemeinschaft eine unersch\u00f6pfliche Kraft liegt, darin, dass wir das gemeinsam tun, dass wir uns austauschen k\u00f6nnen \u00fcber das, was wir ihnen vorschlagen wollen. Und in unserem Wunsch, auch diese jungen Menschen teilhaben zu lassen an dem, woran wir Anteil haben. Dass wir das gemeinsam tun, hat unserem Bem\u00fchen immer wieder neue Kraft gegeben, hat unsere Geduld gest\u00e4rkt und die Kreativit\u00e4t geweckt, die wir brauchen, um auch schwierige Momente zu bew\u00e4ltigen. Wir versuchen alles zu tun, damit bei ihnen etwas Wahres aufbricht, auch wenn es dann wieder von den L\u00fcgen \u00fcbersp\u00fclt wird, von denen ihr Leben erf\u00fcllt ist: die L\u00fcge des Stolzes, der Versuch, so zu tun, als br\u00e4uchte man nichts, die Illusion, gro\u00df und stark zu sein. Die Gemeinschaft ist wirklich das Geheimnis unseres Durchhaltens. Wie bei Truman: Wir geben nicht auf in unserem Bem\u00fchen, die Wahrheit zu leben und anderen vorzuschlagen, weil es jemanden gibt, der uns liebt. Jemand, der uns da drau\u00dfen erwartet, aber der auch bei uns ist inmitten des Sturms, wie in der Kollage aus Zeitungsausschnitten, auf die wir immer wieder schauen, um weiterzumachen.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Abenteuer der Erziehung besteht aus Erfolgen und Misserfolgen. Deshalb braucht es eine Gemeinschaft, die es tr\u00e4gt. Ein Zeugnis aus Kolumbien.<\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":7843,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"inline_featured_image":false,"slim_seo":{"title":"Die Kraft des Durchhaltens - Priesterbruderschaft des heiligen Karl Borrom\u00e4us","description":"Das Abenteuer der Erziehung besteht aus Erfolgen und Misserfolgen. Deshalb braucht es eine Gemeinschaft, die es tr\u00e4gt. 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